Planspiele stellen in Unternehmen und Hochschulen einen wichtigen Baustein der Aus- und Weiterbildung dar. Mit dem Deutschen Planspielpreis soll sich die Lehr-Lernmethode weiterentwickeln und innovative Impulse erfahren. Die große Vielfalt der Themen und
wissenschaftlichen Richtungen, aus denen die eingereichten Arbeiten in diesem Jahr kamen, zeigt, wie vielschichtig auch die Forschung zum Themenfeld Planspiele ist.
Die vier diesjährigen Preisträger nahmen in Köln von der hochkarätig besetzten Jury ihr Preispaket entgegen. Den ersten Preis in der Kategorie Studienabschlussarbeiten erhielt Jasmin Kaiser, die ihre
Masterarbeit an der Universität Bamberg einreichte. Sie beschäftigte sich mit dem „Anwendungstransfer bei Lehrerfortbildungen zum Thema Unternehmensplanspiele“. Können Planspiele dazu beitragen, dass der Lerntransfer in einer Fortbildungsmaßnahme verbessert wird und worin könnten Transferhindernisse bestehen?
Der zweitplatzierte Christian Fischer konzeptionierte und evaluierte in seiner Zulassungsarbeit zur ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in Sachsen-Anhalt ein Planspiel, mit dem sich das Wirtschaftssystem der Planwirtschaft auf eine unkonventionelle Art erleben lässt.
Steven Kawalle erhielt den dritten Preis für „Mearsheimer auf dem Prüfstand“, seine Magisterarbeit an der TU Braunschweig. Er überprüft Thesen der neorealistischen Theorie der Internationalen Beziehungen von John Mearsheimer empirisch mit einem eigens dafür entwickelten Planspiel – ein weiterer Beweis für das Innovationspotenzial dieser Methode, hier aus der Politikwissenschaft.
Der Sonderpreis für Dissertationen ging dieses Jahr – wie bereits 2010 – in die Niederlande. Dr. Geertje Bekebrede von der Delft University of Technology konnte die Jury mit ihrer Dissertation „Experiencing Complexity – A gaming approach for understanding infrastructure systems” überzeugen. Eric Treske, Mitglied der Jury und zugleich im Vorstand von SAGSAGA und ISAGA:
„Der interessante Ansatz und die klare Struktur der Arbeit, die die aktuelle Diskussion um Serious Gaming verständlich neu erklärt – diese Arbeit hat die Auszeichnung wirklich verdient.“
Guido Neuland gratuliert ebenfalls zu den hohen Auszeichnungen, die mit sehr viel Engagement und Detailarbeit verbunden sind. Und er grüßt auch die Teilnehmer, die heute nicht auf dem Treppchen stehen durften, auch diese Arbeiten zeichnen sich durchwegs durch tolle Leistung aus! Hier gilt wohl das olympische Motto: Dabei sein ist alles!




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