Oben im Bild: Christiane Kersting
Guido Neuland: Zukunftskonferenz - ein großes Wort! Mit welcher Erwartung sind denn die TeilnehmerInnen in eine solche mehrtätige Konferenz gekommen?
Christiane Kersting: Viele TeilnehmerInnen hatten schon Erfahrungen mit neuen Konferenzmethoden auf unserer letztjährigen ZI-Veranstaltung in Berlin gemacht und entsprechend hoch waren die Erwartungen an die neue Methode „Zukunftskonferenz“. Eine war beispielsweise, dass ihre Fragen zur Weiterentwicklung des Ideenmanagements konkret und praxisbezogen beantwortet werden. Das beinhaltete auch, dass sie Lösungswege aufgezeigt bekommen. Wie ich aus den Rückmeldungen weiß, haben wir diese Erwartungen erfüllt. Lassen Sie mich einen Teilnehmer zitieren: „Visionär und inspirierend – jetzt haben wir Antworten auf die Fragen von morgen.“

Guido Neuland: Wir haben allen Teilnehmern die Lernlandkarte „Zukunftskonferenz“ aus dem Neuland-Sortiment zur Verfügung gestellt. Wie war das Feedback dazu? Ein Handwerkszeug für den schnellen Überblick?
Christiane Kersting: Die Lernlandkarte war enorm hilfreich. Mit ihr konnten die TeilnehmerInnen ihre Überlegungen strukturieren und reflektieren. Mit großer Überzeugung kann ich sagen: Die Lernlandkarte hat sehr zum Erfolg der Konferenz beigetragen. Die TeilnehmerInnen wussten immer, in welcher Phase der Zukunftskonferenz sie sich bei den einzelnen Übungen befanden. Lassen Sie mich Ihnen an dieser Stelle ganz herzlich danken. Sie haben uns nicht nicht nur mit der Lernlandkarte, sondern auch mit dem gesamten Equipment für die Visualisierung und die Durchführung der Konferenz unterstützt. Das ist großartig.
Guido Neuland: Sie hatten 2012 über 200 Gäste - IdeenmanagerInnen aus namhaften Unternehmen, Mittelstand und Industrie, Kommunen und Beratungsbüros. Noch unterschiedlicher kann die Ausgangsbasis ja nicht sein. Und doch hatten wir den Eindruck, dass alle das gleiche Thema treibt: Wie verbessern wir in der Zukunft die Umsetzung von guten Ideen? Ist es so? Sind die Aufgaben dann doch sehr ähnlich?
Christiane Kersting: Ja, so ist es. Die Umsetzung von Ideen ist das zentrale Thema. Niemand kann sich heute mehr auf dem Erfolg der Vergangenheit ausruhen. Ideen bestimmen unsere Zukunft, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Innovationsfähigkeit. Das große Interesse unterstreicht den Handlungsbedarf.

Guido Neuland: Sie hatten es den Teilnehmern ermöglicht, jederzeit alle Ideen, Einwände und Emotionen durch das "Graphic Recording" der Kommunikationslotsen einzusehen. Wie sehr hilft das beim Arbeiten in Großgruppen?
Christiane Kersting: Das Graphic Recording unterstützt die Vorträge, Diskussionen und Gruppenarbeiten in einer Konferenz, in dem es die Kernaussagen herausfiltert und grafisch auf den Punkt bringt. Damit ist der Konferenzverlauf für die TeilnehmerInnen erleb- und sichtbar.
Im Bild stehend: Holger Scholz, Gesellschafter, Certified Professional Facilitator der Kommunikationslotsen, ist spezialisiert auf Vorbereitung und Begleitung von Wandel und notwendigen Dialogen in großen Organisationen. Auch die Zukunftskonferenz in Köln lag in seiner Verantwortung.

Im Bild: Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp ist wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg.

Mit Hilfe eines Digital Visual Presenters dokumentieren Kirsten Reinhold, Ceren Meissner und Christoph Illigens (Kommunikationslotsen) abwechselnd das gesprochene Wort der Redner der Diskussionsrunden.
Guido Neuland: Am ersten gemeinsamen Abend führten Sie ein World Cafe durch. Im Kölner Brauhaus - und das ganz ohne die typischen Tischdecken. Sie nämlich hatten eine ganz andere Idee. Erzählen Sie uns davon?
Christiane Kersting: Auf speziell vorbereiteten Bierdeckeln bzw. Bierfilzen konnten die TeilnehmerInnen die Ergebnisse ihrer Diskussionen festhalten. Diese wurden anschließend an quer durch den Gastraum gespannten Leinen aufgehängt. Besonders inspirierend und hilfreich war hierbei der Aufdruck der Regeln für das World Cafe ‚op Kölsch‘:
„Et es wie et es“
„Et kütt wie et kütt“
„Et hätt noch immer jot jejange“
„wat sull dä Quatsch“.
Die TeilnehmerInnen hatten sehr viel Spaß bei diesem speziellen World Cafe.

World Cafe mal anders: die Kommunikationslotsen verteilten an die Teilnehmer Bierfilze als Notizzettel für Ideen. Aber es gab auch die klassische Methode: zurück im Konferenzraum arbeitete man mit den Tischdecken an Stehtischen (siehe unten).


Nach der Konferenz ist vor der Konferenz, Christiane Kersting plant bereits die ZI-Konferenz 2013. Wieder in enger Zusammenarbeit mit den "Kommunikationslotsen". Und sie freut sich über einen aktuell erschienenen Artikel im Magazin ChangeX, ein Medienpartner der Zukunftskonferenz. Ein Essay von Holger Scholz zum Thema "Facilitation - eine neue Schule des Miteinander-Führens jenseits des Management-Mainstreams".
Auch für uns war es eine wertvolle Erfahrung, mal in dieses Thema einzutauchen. Vielen Dank an Frau Kersting für unser Gespräch und ein erfolgreiches, oder sollten wir besser sagen, ideenreiches Jahr 2012!




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